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Ziele der Studie

Die Ziele der Studie sind: a) Rückfallprävention durch einen achtsamen Umgang mit depressiven Gedanken; b) Untersuchung der Aufmerksamkeit als Mediator.

In der Studie 8YZ werden die Wirkungsmechanismen von zwei neuen Psychotherapien zur Vorbeugung von Rückfällen der Depression erforscht. Deswegen fördert die freiwillige Teilnahme nicht nur die psychologische Grundlagenforschung, sondern auch die Entwicklung klinisch-psychologischer Verfahren, die hoffentlich zu einem besseren Verständnis und einer erfolgreicheren Behandlung der Depression und möglicherweise auch anderer psychischer Störungen beitragen werden.

Depression

Entsprechend dem Jahresbericht der Weltgesundheitsorganisation ist die Depression eine der meist verbreiteten Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Depressionen gehen mit erheblichem Leiden für die Betroffenen und ihre Angehörigen einher. Eine der problematischsten Merkmale von Depressionen sind ihre wiederkehrende Natur. Zwar erholt man sich von einer depressiven Episode oft sehr gut, doch das Risiko für eine neue Episode besteht, ja nimmt sogar zu. Deswegen ist es besonders wichtig, diese Rückfallneigung zu verstehen und dafür Präventionstherapien zu entwickeln und zu erforschen. Zwei solche neue Therapieformen werden in dieser Studie untersucht.

Therapien

Beide Therapien, die wir im Rahmen der Studie anbieten, werden über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt und haben eine ähnliche Struktur. Die Wirksamkeit der beiden Therapien ist bereits empirisch überprüft. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass beide ungefähr gleich wirksam sind, vor allem bei Menschen, die schon 3 oder mehr depressive Episoden erlitten haben. Bei diesen Menschen kann eine kurze, über 8 Wochen gehende Gruppentherapie das Rückfallrisiko um 40% bis 50% senken. Wir möchten diese neuen Behandlungsformen vergleichend untersuchen und vor allem die Wirkungsmechanismen („Wodurch wirken die Therapien?“; „Was sind wesentliche Wirkfaktoren?“) der zwei Therapien besser verstehen.

Achtsamkeit und die Beziehung zu den eigenen negativen Gedanken

Beide Therapieformen fördern in unterschiedlicher Art und Weise die Achtsamkeit der TeilnehmerInnen. Achtsamkeit wird als eine bestimmte Art aufmerksam zu sein definiert: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne Bewertung. Sie bewirkt eine Änderung der Beziehung der TeilnehmerInnen zu ihren eigenen Gedanken, oder, fachlich ausgedrückt, ihren Kognitionen (daher auch der Begriff „kognitive Therapie“). Verzerrte, negative Kognitionen sind typisch für die Depression. Dazu gehören z.B. die Bewertung der eigenen Person als wertlos, hilflos und am eigenen Elend schuldig; die Wahrnehmung der Welt als feindselig, gefährlich und bösartig; die Erwartung, dass in der Zukunft alles nur noch schlimmer wird. Die klinische Forschung hat eindeutig nachgewiesen, dass solche kognitive Verzerrungen nicht nur zu den depressiven Symptomen zählen, sondern auch zu den wichtigsten Ursachen der Depression gehören.

Das zentrale therapeutische Ziel der Studie ist die Förderung einer durch Achtsamkeit geprägten, heilenden Einsicht in die Natur der eigenen Kognitionen. D.h. nicht nur intellektuell zu verstehen, sondern auch unmittelbar zu erfahren, dass die depressiven Gedanken über sich selbst, über andere Menschen und die Welt, und über die Zukunft, nicht die Realität sind; dass sie tatsächlich nur eine Abbildung der Realität darstellen, und zwar eine Abbildung, die durch die Depression extrem verzerrt sein kann. Diese Einsicht ist der erste Schritt zur Wiederherstellung des emotionalen Gleichgewichts, weil sie die Betroffenen von der Macht ihrer eigenen negativen Gedanken befreit und für deutlich realistischere – und viel positivere – Kognitionen Raum schafft.

Beide in der Studie angebotenen Therapieformen fördern diese neue Einsicht in die Natur der eigenen depressiven Gedanken, Erinnerungen, Erwartungen und Überzeugungen. Die Methoden und Techniken der Therapieformen zur Förderung der Achtsamkeit der TeilnehmerInnen, unterscheiden sich allerdings voneinander. Es wird vermutet, dass bei der einen Therapieform das Training anhaltender Aufmerksamkeit durch Meditationsübungen die wichtigste Rolle spielt, während für die andere Therapieform das Training anderer Fertigkeiten wichtiger ist.

Das zentrale Forschungsziel der Studie ist die vergleichende Untersuchung der beiden therapeutischen Zugänge mit Bezug auf Rückfallverhinderung sowie die Untersuchung der Rolle, die die anhaltende Aufmerksamkeit bei den unterschiedlichen Therapieformen hat.

Es ist geplant, dass an der Studie insgesamt 120 Menschen teilnehmen, die mindestens 3 Episoden von Major Depression erlitten haben, die aber zu Beginn der Therapie nicht depressiv sind.

Stand: 03.05.2014, 15:14 | KlickZähler: 7111 | Impressum | Webmaster | © Copyright | © Copyright: Dr. Vladimir Bostanov
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